Der Unterschied zwischen Tier und Pflanze!


„Behandele einen Stein wie eine Pflanze,

eine Pflanze wie ein Tier

und ein Tier wie einen Menschen!“

Dennoch gibt es einen Unterschied. Es muss festgehalten werden, dass ein Großteil der pflanzlichen Nahrung kein Töten der entsprechenden Pflanze erfordert. Früchte, Samen und Nüsse werden von den Bäumen üppig zur Verfügung gestellt, ohne dass diese Bäume durch die Ernte sterben, und Getreideähren sind bereits tot und dürr, wenn sie geerntet werden.

Die Frage des Tötens stellt sich also nur bei einigen Salat - und Wurzelgemüsepflanzen.

Zweitens ist es jedoch offensichtlich, dass sich dieses Töten in keinster Weise mit dem Töten von Tieren gleichsetzen lässt. Wer hieran zweifelt, soll sich einmal vorstellen, ob es für ein Kind dasselbe wäre, eine Karotte aus dem Boden zu ziehen oder eine Kuh zu töten. Harvey Diamond, der Autor des Weltbestsellers Fit for Life schreibt in diesem Zusammenhang:

«Legen Sie mal einen Apfel und ein Kaninchen einem Kind in sein Bettchen. Wenn das Kind das Kaninchen isst und mit dem Apfel spielt, dann kaufe ich Ihnen ein neues Auto.»

Es besteht also zwischen dem Töten eines Tieres und dem Pflücken einer Pflanze ein kategorischer Unterschied, den wir auch gefühlsmäßig leicht wahrnehmen können.

Wenn jemand, der Fleisch isst, das Argument bringt «Vegetarier töten ebenfalls», dann handelt es sich entweder um eine faule Ausrede, um das eigene Fleischessen zu rechtfertigen, oder um inkonsequentes Denken. Denn wenn ihm das Leben der Pflanzen und Tiere wirklich am Herzen läge, müsste er erst recht mit dem Fleischessen aufhören.

Ein Vegetarier verursacht ja bedeutend weniger Leid als ein Fleischesser, da er sich nicht an der systematischen Ausbeutung von Milliarden von Tieren und auch Menschen beteiligt.

Zudem werden für die vegetarische Ernährung viel weniger Pflanzen benötigt als für die «Produktion» von Fleisch.

Es ist nicht zu bestreiten, dass es hier auf Erden letztlich nicht möglich ist, jede Form von Gewalt und «Töten» zu vermeiden.

Und doch besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen dem unwissentlichen Töten – wie zum Beispiel dem erwähnten Treten auf Ameisen – und dem «notwendigen Töten» gewisser Pflanzen in der gesunden und vegetarischen Ernährung einerseits und dem planvollen, überflüssigen und schöpfungswidrigen Schlachten von Tieren andererseits.

Die Frage lautet also nicht, wie wir, um zu überleben, Gewalt gänzlich vermeiden können, sondern die ethisch und sozial korrekte Frage lautet:

Welche Ernährungsweise erzeugt am wenigsten Leid?

Es versteht sich von selbst, dass auch Pflanzen nicht willkürlich getötet werden sollten – obwohl dies ebenfalls heute geschieht, und zwar weltweit (z.B. Monokulturen für Schlachttierfutter, Regenwaldabholzung). Doch dies kann kaum den Vegetariern angelastet werden. Wer es gewohnt ist, lebenden Geschöpfen feinfühlig und respektvoll zu begegnen, würde so etwas nie tun.
Auch das Argument, dass Tiere ebenfalls andere Tiere töten, um zu überleben, weil es ein Naturgesetz sei, das der Stärkere stets den Schwächeren fresse, ist nicht überzeugend. Zum einen gilt diese Aussage bei weitem nicht für alle Tiere, und zum anderen sind die meisten Tiere, die der Mensch isst, vegetarische Wesen. Das heißt, die Tiere, deren Fleisch der Mensch isst, töten ihrerseits keine anderen Tiere.

Hinzu kommt, dass der Mensch – im Gegensatz zu den fleischfressenden Tieren – für sein Überleben gar kein Fleisch benötigt.

Wenn Fleischesser sich mit Raubtieren vergleichen, dann sollten sie sich konsequenterweise auch ihr Fleisch so beschaffen, wie diese Tiere es tun, nämlich ohne künstliche Waffen, und das Fleisch dann ungekocht verzehren.

Also kann man sagen eine pflanzliche Nahrung ist für den Menschen und für die Umwelt, ab besten, am gesündesten, am Nahrhaftesten und am sozialsten. Wer eins werden will mit der Natur, der wird gerne und mit Handkuss auf eine gesunde und pflanzliche Nahrung zurückgreifen. Er wird auch schon nach kurzer Zeit merken, wie positiv sein gesamter Körper und auch sein Wohlbefinden darauf reagiert.

Gerade der Mensch ist aufgefordert, ethische und göttliche Prinzipien über eine kurzsichtige Genusssucht zu stellen. Dadurch kann er seine «Überlegenheit» gegenüber dem Tier zum Ausdruck bringen, und nicht, indem er es ausbeutet und schlachtet.